Warum ein exakter Vergleich von Forwarddarlehen schwierig ist

Untitled Document

In Zeiten des Internets wachsen Vergleichsportale für alle möglichen Konsum- und Finanzgüter wie Pilze aus dem Boden, und es scheint ja auch so verlockend einfach zu sein, mal eben ein paar Eckdaten in ein Onlineformular einzugeben und - Simsalabim - wirft der Onlinerechner das Ergebnis des Vergleichs von 40, 60, 80 oder auch 100 Banken aus.

Mithilfe moderner Datenbankprogrammierung und der Sicherheit, als unabhängiger Vermittler regelmäßig von den einzelnen Kreditinstituten mit den aktuellen Zinskonditionen versorgt zu werden, ist es uns in der Tat möglich, Ihnen einen derartigen Vergleichsservice auch für Forwarddarlehen anzubieten und auf diese Weise ein leistungsstarkes Angebot abzugeben.

Das alles funktioniert aber nur, solange ein Vergleich auf sog. harten Fakten aufbaut, die dann Eingang in den Vergleichsalgorithmus der Online-Software finden. Unter harten Fakten verstehen wir Merkmale, die sich nicht von Bank zu Bank unterscheiden und vor allem keiner Interpretation bedürfen.

Wenn Sie sich also beispielsweise eine neue Digitalkamera zulegen möchten, können Sie auf diversen Internet-Vergleichsbörsen einen exakt auf das gesuchte Modell bezogenen Preisvergleich erstellen lassen, der sogar die Versandkosten und die Verfügbarkeit der Kamera beim jeweiligen Online-Anbieter miteinbezieht und daraufhin eine nach dem Preis sortierte Tabelle zur Verfügung stellt.

Nun lässt eine exakt vorgegebene Modellbezeichnung der Kamera keinen Raum für Interpretationen; es handelt sich um eine genau definierte Kamera, die natürllich kurzfristig lieferbar sein soll und das war's im wesentlichen. Im Detailvergleich lässt sich möglicherweise noch der verfügbare Zahlungsweg miteinbeziehen, aber selbst damit erreichen wir gerade einmal 3 Kriterien (Kameramodell, Verfügbarkeit beim Händler, angebotene Zahlungsmodalitäten).

Der Zinssatz eines Forwarddarlehens wird im wesentlichen von folgenden Kriterien beeinflusst:

Kriterie Einfluss auf das Angebot
   
Forwardzeitraum (Zeit bis zum Umschuldungstermin) je länger, desto teurer
Kredithöhe niedrige Kreditsummen oft teurer
Zinsbindungszeit je länger, desto teurer (meistens)
Beleihungsauslauf je höher, desto teurer

Daneben spielen, je nach Anbieter, noch die Tilgungshöhe, der Berufsstatus des Darlehensnehmers, die Art, der Standort und die Nutzung der Immobilie sowie die bankseitig ermittelte Bonität des Kreditnehmers eine Rolle bei der Konditionsfindung.

Damit ist das Forwarddarlehen ein komplexes Finanzierungsprodukt, dessen Vergleich, im Gegensatz zu anderen einfachen Finanzprodukten wie beispielsweise einer Festgeldanlage mit 180 Tagen Laufzeit, anspruchsvoll ist, zumindest dann, wenn man den Anspruch erhebt, einen Vergleich bis zur 2. Nachkommastelle exakt anzustoßen.

Während eine harte Kriterie wie beispielsweise die Zinsbindungszeit oder die Kredithöhe exakt in die Preisfindung einfließen kann, ergeben sich bei anderen weichen Merkmalen Unklarheiten, die in einem EDV-gestützten Vergleich (auch in unserem) kaum Berücksichtigung finden können. Das sind im einzelnen:

  • Der Forwardzeitraum (wird ein angebrochener Monat auf- oder abgerundet?)
  • Welchen Umfang an Unterlagen verlangt die Bank für eine Konditionsreservierung?
  • Fließt ein Kunden- und/oder Schufa-Score in die Konditionsfindung ein und wenn ja, wie?
  • Kann der Zinssatz ggf. noch individuell mit der Bank nachverhandelt werden?

Überspitzt gesagt könnte man damit in letzter Konsequenz resümieren, dass ein Vergleich von verschiedenen Anbietern bei Forwarddarlehen nutzlos ist. Soweit möchten wir aber nicht gehen. Wir verstehen es nur als unsere Pflicht, Ihnen die Grenzen eines exakten automatisierten Vergleichs von Forwarddarlehen aufzuzeigen.